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Auf Dem Salzweg

Bildband „AUF DEM SALZWEG – BEGEGNUNGEN AUF GANDHIS SPUREN“

Patrick Ranz mit Gedichten von Alexander Hirl

ab jetzt mit neuem Vorwort von Andreas Altmann

39,90 Euro – Bestellungen: mail@patrick-ranz.de 0179 1149083 – Auf Wunsch wird
selbstverständlich Ihr Exemplar signiert.

 

Exposé
Kaum jemand läuft in Indien, der nicht anders kann oder aus religiösen Gründen
zu Fuß unterwegs ist. Gleichzeitig gibt es keine bessere Art, den Menschen auf
Augenhöhe zu begegnen, als sie laufend zu treffen. Wir haben nach einem klaren
Weg gesucht – was nicht einfach ist in Indien – und wir haben ihn gefunden.
Einen bedeutsamen Weg. Knapp 400 Kilometer, im Nordwesten Indiens. Ein
bedeutender Mann ist ihn gelaufen, vor 85 Jahren: Mahatma Gandhi.

Er hatte sich Anfang März 1930 mit einer Anhängerschaft von 78 Gleichgesinnten
zu Fuß auf den Weg von seinem Ashram in Ahmedabad zu dem am Meer gelegenen
Ort Dandi gemacht, um dort symbolisch Salz aufzulesen. Damit verstieß er willentlich
gegen ein Gesetz der Briten, das Indern verbot, Salz zu gewinnen oder zu verkaufen.
Die staatliche Kontrolle eines solch elementaren Lebensmittels drückte für Gandhi
die Ungerechtigkeit eines ganzen politischen Systems aus. Sein Salzmarsch war
einer der Meilensteine, die das Land 1947 in die Unabhängigkeit führten.
Was bleibt heute von einem solch symbolträchtigen Weg?

Unser Vorhaben war schlicht: wir wollten den Salzmarsch Gandhis nachlaufen, ohne
vorher genaue Informationen über die Route einzuholen. So überließen wir uns den
zufälligen Begegnungen am Wegrand. Die Menschen sollten unser Kompass sein.
Für drei Wochen wurde der Weg unsere Welt.
Entstanden ist ein Kaleidoskop dieser Begegnungen. Das Leben in Indien bewegt
sich zur Straße hin – überall kleine Bühnen, aufgebaut um zur Schau zu stellen,
gesehen zu werden, zu interagieren. Alte wie junge Männer, diskutierend am Teestand;
verlassene Eisenbahngleise als täglicher Weg zur Arbeit; der Pilger, der sich
am Brunnen vor dem Tempel wäscht; der kleine Kiosk im Nirgendwo; die Näherin
am äußeren Stadtrand…
Wir lernen Menschen für einen Augenblick kennen, kommen ins Gespräch. Für eine
kurze Dauer scheint durch die gemeinsame Neugier eine intime Nähe in den Portraits
auf. Ein Highlight unserer Begegnungen sollte ein etwas 92- jähriger Mann werden, der damals
Augenzeuge war, als Mahatma Gandhi in Fleisch und Blut in sein Dorf gelaufen kam.
Jedes Kapitel ist eine Momentaufnahme dieser Zusammentreffen an einem
bestimmten Ort entlang der Route. Der Beginn der Kapitel verortet unsere Begegnungen
auf einer Landkarte. Ein kurzer Text führt in das Geschehen ein, die Bilder
sollen für sich sprechen.
Dazwischen – vor schwarzem Hintergrund, in Anlehnung an das bewegte Filmbild –
Impressionen aus dem Augenwinkel, in der Bewegung, verdichtete Gedanken, das
Flüchtige der Sinneseindrücke…
Dieser Bildband ist unsere persönliche Erzählung der Reise. Er folgt dem Rhythmus
des Fußwegs, zwischen Getriebensein und Innehalten.

 

SZ Artikel vom 5.10.2015